Andalusiens Hinterland: Durch den Nebel von El Torcal

Das Hinterland von Málaga lockt Outdoorhungrige und Wanderfreunde gleich mit zwei Highlights: die Nationalparks El Torcal und El Chorro.

Daher starten wir gleich am nächsten Tag unsere Tour. Der Ford Focus windet sich mit max. 50 km/h die nicht aufhören wollenden Serpentinen hinauf. An einer Seite der engen Straße immer der tiefe Abgrund, an der anderen Seite der Fels. Mit dem zusätzlich auftretenden Regen muss ich mich schon ordentlich konzentrieren, um heil hinauf zu kommen. Nach ca. 1,5 Stunden erhebt sich vor uns endlich das beeindruckende Felsmassiv El Torcal. Die Temperatur Anzeige des Autos zeigt nur noch 4 Grad als wir am Fuße des Berges in den Weg zum Nationalpark einschlagen. Unser Auto kämpft sich die letzten 200 Höhenmeter hinauf, während der Nieselregen auf einmal in Schnee umschlägt.

Mit der Hoffnung auf besseres Wetter erkunden wir das kleine Informationszentrum zur natürlichen Entstehung der skurrilen Steinformationen. Zum Glück ist der Schneeschauer schnell vorbei, sodass wir unsere kleine Kletter-Wanderung durch die Felsen beginnen. Das regnerische Wetter hat dafür gesorgt, dass wir uns fast ganz alleine in dem 17km2 großen Gebiet El Torcal bewegen. Während immer mehr riesige Steine aus dem Nebel hervortreten, herrscht eine mystische Stimmung. Und man muss schon auf die Wegmarkierungen achten, damit man sich im Steingewirr nicht verläuft.

Plötzlich entdecken wir einige Meter entfernt zwei Bergziegen, die uns aufmerksam beobachten. Wir beschließen den wild lebenden Tieren zu folgen, denn wo zwei sind, sind noch mehr. Ein paar Meter stapfen wir weiter über rutschige Steine und matschige Grasflächen und finden schlussendlich ein Dutzend Tiere, die deutlich flinker als wir von Stein zu Stein klettern.

Vom Info Zentrum führen unterschiedlich lange Wanderwege durch das steinige Areal. Auch hat man von markierten Stellen (“Mirador“) eine tolle Aussicht ins Tal. Allerdings nicht bei Nebel. Da sieht man nichts!

Am Nachmittag gelangen wir über die Stadt Antequera und durch sehr viele Olivenbaum-Plantagen und Orangen-Haine in das Schluchtengebiet El Chorro. Hier soll ein Stahlseil-Pfad an Felsen entlang durch die Schlucht führen, an dessen Ende ein Staudamm das grünblaue Wasser in Strom verwandelt. Zunächst bremsen wir uns jedoch einen steilen Pass hinab und erreichen ein verschlafenes Dorf mit Parkplatz und Bahnstation. Von hier aus laufen wir ca. 30 Minuten zu besagtem Pfad: dem Caminito del Rey. Währenddessen kommen uns immer mehr Leute mit weißen Helmen entgegen. Uns beschleicht ein komisches Gefühl, denn wir haben keinen Helm auf! Nach der letzten Biegung sehen wir endlich den Stahlseil-Pfad, der wie an den glatten Berg geklebt zu sein scheint. Doch unser Bauchgefühl sollte uns keinen Streich spielen. Als wir mit Vorfreude (naja, meine Frau eigentlich nicht) an den Eingang des vollkommen restaurierten Pfades gelangen, müssen wir leider feststellen, dass es der eigentliche Ausgang ist. Oh Nein!

Aber wir waren nicht die einzigen, die dies nicht wussten. Leider gibt es keine ausreichende und deutliche Beschilderung. Im Hotel haben wir dann recherchiert: fünf Kilometer weiter nördlich beginnt der Caminito del Rey (Königsweg) und führt wohl in 2-3 Stunden durch die enge Schlucht El Chorro bis zu besagtem Ausgang. Selbst im Februar ist der Abenteuerpfad gut besucht. Eine Reservierung ist daher erforderlich.

Unser Fazit: das steinerne Naturwunder El Torcal und das Schluchtengebiet El Chorro bieten auf jeden Fall eine interessante Abwechslung zu den Strandküsten Andalusiens. Für Naturliebhaber unbedingt sehenswert! Und durchaus auch bei Nebel.

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